Sandeep Bhagwati

ist ein mehrfach preisgekrönter Komponist, Forschungsprofessor für interdisziplinäre und interkulturelle Kunst, Theatermacher und Medienkünstler. Er studierte Dirigieren (Rupert Huber) und Komposition (Boguslaw Schaeffer) am Mozarteum Salzburg, dann Komposition an der Hochschule für Musik und Theater München (Wilhelm Killmayer). Diplom 1990, Übernahme in die Meisterklasse Killmayer – Hans Jürgen von Bose. 1995-96 Studien in Computermusik (Cursus annuel am IRCAM-Centre Pompidou Paris). Seine Werke und Komprovisationen in allen Genres (darunter 6 Opern/ Musiktheaterwerke) werden von führenden Musikern, Ensembles und Orchestern in führenden Konzertsälen und auf tonangebenden Festivals weltweit regelmässig aufgeführt, darunter viele abendfüllende und ortsspezifische Werke. Er hat zwischen 1990 und 2003 mehrere Festivals für Neue Musik ins Leben gerufen und künstlerisch geleitet (1990-1995 A•Devantgarde München (mit Moritz Eggert), 2003 Klangriffe Karlsruhe). Seit 2003 ist er Kurator von "Rasalila", einem langjährigen und immer noch andauernden künstlerischen Dialog zwischen indischen Kunstmusikern und dem Ensemble Modern. In vielen anderen Dialogprojekten mit asiatischen Kulturen und Musikern hat Bhagwati prägend mitgewirkt. Seit 2006 arbeitet er auch eng mit Musikern und Esembles der freien Improvisationsszene zusammen. In München (1995), Linz (1995), Paris (1997), Ulm (2000), Berlin (2000, 2003), Montreal (2007, 2011) und Vancouver (2012) enstanden unter seiner Regie komplexe Musiktheaterwerke und raumgreifende Multimedia-Installationen.

Seit den 1980er Jahren ist Bhagwati immer wieder als Autor hervorgetreten, sowohl im akademischen wie im öffentlichen Kontext. Mit seiner Textsammlung "Komponieren im 21. Jahrhundert" (1999), aber auch mit seinen oft wiederholten Sendereihen zu Fragen der neuen und der globalen Musik für den Südwestrundfunk und für den Bayerischen Rundfunk, seinen Artikel in Publikationen wie der Neuen Zürcher Zeitung oder Die Zeit, in Festival- und Ausstellungskatalogen und in Fachzeitschriften hat er immer wieder in den zeitgenössischen Diskurs eingegriffen.

Er hat sowohl seine wissenschaftliche For-schung wie auch seine künstlerische Arbeit seit Mitte der 1980er Jahre auf vielen interna-tionalen Konferenzen und Symposien vorgestellt und hat in Kanada entscheidend an der Etablierung und noch immer andauernden Definition des Begriffes "Research-Creation" mitgewirkt.

Bhagwati war Composer-in-Residence am IRCAM Paris (1997/98), am Institut für Elekt-ronische Musik Graz (1998), am Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe (1998/99), beim Beethovenorchester Bonn (1999/2000), bei der Frühjahrstagung des In-stituts für Neue Musik und Musikerziehung Darmstadt (2003), am California Institute for the Arts (2006/07) und an der Musikakademie Turku (Wintersemester 2009). Im Som-mersemester 2009 war er Gastprofessor am Karl Jaspers Institut für Transkulturelle Stu-dien am Exzellenzcluster "Asien und Europa" der Universität Heidelberg. 2013/14 ist Bhagwati Gastprofessor an der Universität der Künste Berlin.

2000 wurde er auf den auf 3 Jahre befristeten Lehrstuhl für Komposition und Multimedia an der Hochschule für Musik Karlsruhe berufen. 2006 erfolgte dann der Ruf an den für ihn geschaffenen "Canada Research Chair for Inter-X Art" an der Concordia University Montréal, wo er als Direktor das von ihm gegründete "matralab" leitet, ein Forschungsla-bor für interdisziplinäre und interkulturelle künstlerische Forschung in Musik und den darstellenden Künsten (http://matralab.hexagram.ca). Von 2008-2011 leitete er zusätz-lich, erst als Chair, dann als Direktor, das "Hexagram-Concordia Institute for Research-Creation in Media Arts and Technologies", ein interuniversitäres Forschungsinstitut mit über 50 Professoren und etwa 200 Studenten.

Michal Seta

(Partiturprogrammierer bei Transience und Rives & Dérives II) ist Komponist/Improvisateur, Digital Künstler und Software-Entwickler, der digitale Medien für den künstlerischen Ausdruck einsetzt.

Seta war Mitbegründer des elektroakustischen Improvisations-Trios No One Receiving (Grain of Sound Label), er ist die andere Hälfte des Spoken Word und elektroakustischen Improvisations-Duos UniSecs und tritt als Solokünstler auf. Er hat u.a. zusammengear-beitet mit Andrée Préfontaine, Alexandre Castonguay, Roger Sinha, Damian Taylor, Zack Settel und hat Projekte für Realisations.net, Groupe Molior and Centre des Sciences de Montréal entwickelt.

Seine Arbeiten, Performances und Kollaborationen wurden in Europa, den USA und Canada gezeigt und ausgestellt. Neben seiner künstlerischen Tä-tigkeit arbeitet er als Softwareentwickler für SAT (Society for Arts and Technology), als Forschungsassistent am matralab, unterrichtet den Gebrauch von Open Source Software für die künstlerische Verwendung und arbeitet als technischer Berater für Projekte in Kunst und Wirtschaft.

Navid Navab

(Computerimprovisateur und Programmierer bei "Native Alien") ist ein in Montreal lebender “Medienalchemist”, Komponist/Improvisateur, Programmierer und Sounddesigner. Derzeit ist er Künstler und Forscher am Topological Media Lab, am matralab und am Alkemie Atelier. Er studierte Elektroakustik und Computerkunst an der Concordia University und Musiktechnologie an der McGill University. Sein Interesse gilt der Poetik der Geste. In seiner Arbeit erforscht er das soziale Leben von Objekten und deren innewohnende performative Qualitäten. Er verwendet Gesten, Rhythmen und Vib-rationen des Alltags als Ausgangspunkt für die Echtzeitklangerzeugung von akustischer Poesie. Navab hat mit vielen der derzeit wichtigsten ImprovisateuerInnen und Künstle-rInnen gearbeitet: Jean Derome, Constantinople Ensemble, Lori Freedman, Vinny Golia, Pierre Tanguay, Coat Cooke, Rainer Weins, Mei Han, Lan Tung , Zata Omm Dance Pro-ject, Sinha Danse.

Seine Forschungsprojekte und Untersuchungen wurden auf verschie-denen Festivals in vielen Ländern gezeigt. Hierzu zählen u.a. Canadian Center for Archi-tecture, Festival du Nouveau Cinema, Electric Eclectics Festival Meaford, Shanghai eArts Festival China, Mixology Festival at Roulette New York, Western Front Vancou-ver, CMS Black Box Cambridge UK, StudentFest Romania, CCRMA Palo Alto, Box13 Houston, La Société des Arts Technologiques [SAT], Galleri Monopoli ChampLibre Montreal, les Territoires Gallery Montreal, Agora Montreal, Fashion Night Out [FNO] New York, Pop Montreal, Eastern Bloc, and L’enver Montreal. 

http://navidnavab.net/