Geleitwort

Elektronische Musik als Knotenpunkt, an dem Kunst und Wissenschaft sich gleichermaßen begegnen wie aneinander reiben, hat eine lange Tradition. Das Institut für Elektronische Musik und Akustik der Kunstuniversität Graz ist seit langem die in Österreich führende und auch über die Landesgrenzen hinaus bekannte und etablierte Forschungsstätte in diesem Bereich. Seit März 2009 gibt es das MUMUTH – Haus für Musik und Musiktheater, das dem Institut besondere Möglichkeiten für Artistic Research im Bereich der Elektronischen Musik und Akustik eröffnet. Mit dem MUMUTH-Lab wurde dort ein Forschungslabor eingerichtet, das die ursprünglich für die künstlerische Ausbildung und musikalische Aufführungen gedachte technische Infrastruktur des MUMUTH um jene Komponenten erweitert, die es auch für Forschung nutzbar machen. Im Bereich der künstlerischen Forschung werden hier Fragestellungen zur Aufführungspraxis von Werken mit Live-Elektronik, zur Klangprojektion und Interpretation von Computermusik, sowie in den Themenbereichen Embodiment, Enaction und Sonic Interaction Design bearbeitet.  Die Konzertreihe signalegraz wird auch im MUMUTH ihre Heimat finden.

Besonderer Dank gilt an dieser Stelle Gerhard Eckel und Gerriet K. Sharma, die mit ihrer Programmierung die Möglichkeit eröffnen, historische Werke der Elektronischen Musik mit neuesten Arbeiten zu konfrontieren. Dies verspricht, die Grazer Musikszene in herausragender Weise zu beleben und dieser Art von Musik eine breitere Rezeptionsmöglichkeit zu verschaffen. Für die Kunstuniversität Graz ist dies ein wesentlicher Schritt, um das MUMUTH im Bewusstsein der musikinteressierten Öffentlichkeit als einen Ort zu verankern, an dem Auseinandersetzung mit neuesten Richtungen zeitbasierter künstlerischer Werke stattfindet.

Robert Höldrich, Vizerektor für Kunst und Wissenschaft der Kunstuniversität Graz (Jänner 2010)